Zum fünften Mal hat Nordkorea eine nukleare Bombe gezündet und es hagelt internationale Kritik. Das Regime in Pjöngjang spricht von einem großen Schritt endlich als Atommacht anerkannt zu werden. Auch Südkorea, das auf Erfolgsmeldungen aus dem Norden oft skeptisch reagiert, spricht diesmal von einem beachtlichen Niveau der nordkoreanischen Atomrüstung. Aber die Geschlossenheit der internationalen Gemeinschaft scheint nicht mehr so groß wie früher.

Nach der Einschätzung südkoreanischer Militärexperten war die gestrige Explosion Nordkoreas bisher größter Atomtest. Ob Pjöngjang wirklich über die technische Fähigkeit verfügt, nukleare Sprengköpfe auf Raketen zum Abschuss zu montieren, wie das Regime das behauptet, ist unklar. Aber das Know How der nordkoreanischen Militärs wird mit jedem erfolgreichen Test größer.

Trotzdem ist von der gemeinsamen Frontstellung der internationalen Gemeinschaft gegen das Regime Kim Jong Uns nicht viel übrig. China und Russland   warnen vor allem vor einer Überreaktion Südkoreas. Südkorea plant gemeinsam mit den USA ein Raketenabwehrsystem, das China und Russland ein Dorn im Auge ist.

Um neue Sanktionen gegen Nordkorea vorzubereiten, schließen sich die USA mit Japan und Südkorea kurz. Die bisher von der UNO verhängte Wirtschaftsblockade war nicht erfolgreich. Einem Beschluss des UNO-Sicherheitsrates in Richtung weiterer Verschärfung müssten China und Russland zustimmen, und das ist wenig wahrscheinlich.

Das abgeschlossene nordkoreanische Regime hat sich bisher gegenüber internationalen Sanktionen als ziemlich immun erwiesen. Dass die USA eine Verschärfung planen sei lachhaft, heisst es in Pjöngjang. Nordkorea als Atommacht anzuerkennen, wie das Regime Kim Jong Uns das wünscht, sind die USA und ihre Verbündeten nicht bereit.