10 Tage ist es her, dass Kim Jongnam, der Halbbruder des nordkoreanischen Herrschers Kim Jongun am Flughafen von Kuala Lumpur umgekommen ist. Südkorea und die USA sprechen von einem Mord, hinter dem das nordkoreanische Regime vermutet wird. Die Untersuchungen der malaysischen Polizeibehörden laufen. Jetzt hat sich Nordkorea zu Wort gemeldet und bestreitet alle Beschuldigungen.

Nach nordkoreanischer Darstellung stimmt nichts, was seit Tagen über den Todesfall  Kim Jong Nams berichtet wird. Der Name  kommt in der Erklärung aus Pjöngjang nicht vor. An einem Herzinfarkt sei der Träger eines Diplomatenpasses der Demokratischen Volksrepublik Korea gestorben, so habe die erste Mitteilung aus Malaysia an die nordkoreanische Botschaft in Kuala Lumpur gelautet. Aber als Diplomaten  den Leichnam in das nordkoreanische Botschaftsgelände bringen wollten, wozu sie laut der Wiener Diplomatenkonvention  das Recht gehabt hätten, sei ihnen der Zugang verweigert worden. Die gesamte  Untersuchung des Vorfalls ist unfair und auf südkoreanischen Druck zustande gekommen, schreibt offizielle Koreanische Juristenkommitee in Pjöngjang.  Die Verantwortung für den Tod liege bei Malaysia. Der Darstellung von einem  mysteriösen Giftanschlag tritt Nordkorea entgegen. Wie sollen die Frauen mit ihren bloßen Händen tödliches Gift in das Gesicht des Opfers geschmiert haben, ohne sich selbst vergiftet zu haben, fragt die nordkoreanische Presseagentur. Die Verhafteten in Kuala Lumpur seien unschuldig.

Die laufende Untersuchung in Malaysia politisch motiviert und die Obduktion des Trägers eines Diplomatenpasses  völkerrechtlich nicht erlaubt. Malaysia will mehrere nordkoreanische Staatsbürger befragen, hat Pjöngjang aber bisher nicht direkt beschuldigt. Südkorea, das ausdrücklich die nordkoreanische Führung verantwortlich macht, hat bisher keine Beweise vorgelegt.