Kaum eine  andere Weltregion ist vom bevorstehenden  Regierungswechsel so unmittelbar betroffen wie Korea. Während die Entmachtung der konservativen Präsidentin in Südkorea ein  Machtvakuum hinterlässt, weiß niemand, was Donald Trump in Ostasien vorhat, sagt der Nordkoreaexperte John Delury in Seoul.

Es herrscht politisches Chaos, die Unsicherheit in der Region ist ohne Beispiel.

Das mit Atomwaffen hochgerüstete Nordkorea verhält sich klug und diszipliniert, sagt der amerikanische Experte.

Kim Jon un wartet ab, ob es unter Donald Trump eine Verschärfung geben wird oder ob Trump ihn zu einem Hamburger irgendwo in der Welt einladen wird, wie er das im Wahlkampf gesagt hat.

Den Waffenstillstand an der Demarkationslinie zwischen Nordkorea und Südkorea eine Autostunde von der südkoreanischen Hauptstadt Seoul entfernt überwachen Militärs neutraler Staaten.

Der verantwortliche Schweizer Divisionär Urs Gerber sagt, im Augenblick ist die Lage ruhig. Aber jedes Mal, wenn in Nordkorea ein Atomtest durchgeführt wird, liegen  die Nerven blank.

Fünf Atomtests hat Nordkorea in den letzten Jahren durchgeführt. Der letzte Test vom September 2016 hat zu einer  Verschärfung der internationalen Sanktionen geführt. Nordkorea reagierte mit wütenden Protesten. Die nordkoreanischen Medien zeigen Fotos von Staatsführer Kim Jong Un bei Manövern, auf denen ein Angriff gegen die südkoreanische Hauptstadt Seoul geprobt wird.

Südkoreas Ministerpräsident, der wegen des Amtsenthebungsverfahrens gegen die Präsidentin das Land führt, warnt vor Provokationen aus dem Norden in einer Phase der politischen Instabilität im Süden. Zusätzlich verunsichert die Menschen die Wahlkampfaussage des zukünftigen US-Präsidenten Trump, wonach sich Südkorea eigentlich selbst verteidigen sollte, wenn nötig auch mit eigenen Atomwaffen.

Eine Diskussion über südkoreanische Atomwaffen als Antwort auf die Nuklearrüstung des Nordens findet statt, bestätigt der prominente konservative Abgeordnete Hwang Mok Park. Viele sagen, wir sollten eine Bombe bauen.

Aber ich sage immer, so einfach ist das nicht   eine südkoreanische Bombe so der prominente südkoreanische Konservative. Schließlich sind wir durch den  Atomsperrvertrag gebunden. Emotional ist es klar, ja, wir brauchen auch  Atomwaffen. Aber in der Praxis ist das schwierig.

In den Straßen von Seoul sind die Proteste gegen Präsidentin in politische Volksfeste übergegangen, mit denen die Opposition ihren vorläufigen Sieg durch das Amtsenthebungsverfahren feiert.  Aber gleichzeitig wartet das Land gespannt, ob der Herrscher im Norden versuchen wird die instabile Situation  zu seinen Gunsten auszunützen.