Man merkt vor allem, dass weniger Autos auf den Straßen sind und daher gibt es weniger Staus als sonst. Die Behörden sagen, dass zwei Millionen Pkw weniger fahren, weil nur abwechselnd Autos mit gerader und mit ungerader Nummerntafel erlaubt sind.
Die Leute benützen mehr die U-Bahn, dort war heute das größte Gedränge seit langem. Es ist so voll in der U-Bahn, dass man immer wieder zwei, drei Züge abwarten muss, um einsteigen zu können.
In der Stadt herrscht eine ganz eigenartige Stimmung , mit dieser dicken Nebeldecke, von der man weiß: das ist giftiger Smog. Man sieht viel mehr Menschen mit Gesichtsmasken, wobei niemand weiß, was die Masken wirklich bringen.

Diese Alarmstufe ist sicher ein Signal der Führung, dass man die Luftsituation ernst nimmt. Letzte Woche war es ja an einem Tag noch viel schlimmer als heute, da ist wirklich eine Art gelber Suppe über der Stadt gelegen, man hat kaum auf die andere Straßenseite sehen können, und es hat diese Alarmstufe ROT nicht gegeben. Das hat zu heftiger Kritik geführt, im Internet. Auch das Umweltministerium der Zentralregierung hat den Pekinger Stadtvätern vorgeworfen, dass sie zu nachsichtig sind mit den Umweltverschmutzern.
Da hat sich sicher viel geändert in China. Die Zahlen zur Luftverschmutzung hat es vor ein paar Jahren noch gar nicht gegeben, das war geheim. Heute schaut jeder in Früh auf sein Handy um den Smogindex des Tages zu checken. So wie man in Europa sieht, wie kalt es ist, schaut man in Peking, wie der Smogindex ist.
Das Internet wird zensuriert in China, aber gerade in Umweltfragen, lassen die Behörden mehr Spielraum zu als sonst. Da gibt es heute viel Galgenhumor über die Luft und die Bürger machen kein Wehl, wie unzufrieden sie sind, dass bis jetzt keine wirkliche Verbsserung zu spüren ist.

Der Hauptgrund für den Smog sind Kohlekraftwerke, die die Energie liefern für die chinesische Wirtschaft. Man will den Anteil der Kohle senken und alte Kraftwerke durch neuere ersetzen, die mit modernen Filteranlagen ausgerüstet sind.
Tatsächlich investiert China viele Milliarden in erneuerbare Energie. Man sieht das auch wenn man durchs Land fährt: immer wieder sieht man viele Sonnenkollektoren und riesige Windparks.
Auch viele neue Atomkraftwerke werden gebaut, was natürlich ganz andere Fragen rund um die Sicherheit der AKWs aufwirft.
Der Umbau der Energieversorgung wird Zeit erfordern, da gibt sich die Regierung keinen Illusionen hin. Die Bürger werden wohl noch viele Jahre mit solchen schlimmen Smogtagen leben, wie jetzt.