Es war das Verhandlungsgeschick des Ratspräsidenten Hermann van Rompuy, das muss man ganz klar sagen.  Der Ratspräsident hat noch vor den Finanzministern den zypriotischen Präsidenten zu sich gebeten.  Die Kommission hat ein Flugzeug nach Zypern geschickt, am ganz sicher zu gehen, dass er auch rechtzeitig da ist.

  Die Finanzminister haben ja gestern Nacht stundenlang warten müssen, bis diese politische Einigung mit dem Präsidenten vorher da war.

  Der Hintergrund ist schon, dass Zypern nicht herausgedrängt werden wollte aus dem Euro und auch die größten Hardliner unter Euroländern einen solchen Schritt nicht riskieren wollten.

  Aber das wie dieser Lösung, damit niemand das Gesicht verliert, das hat erst Hermann van Rompuy gefunden.

  Den Europäern und den Zyprioten ist viel erspart worden.

  Das Gewicht des Ratspräsidenten ist damit deutlich gestiegen.

 

Hält es?

 

  Das ist schon anzunehmen, weil ja jetzt keine politische Unsicherheit besteht. Um diese angeschlagene Bank zuzusperren muss das zypriotische Parlament nicht mehr seine Zustimmung geben, kein lokaler Politiker muss sich mehr exponieren.

  Und es ist eine Lösung, die als sozial gerecht verteidigt werden kann, weil die Einlagengarantie von bis zu 100 000 Euro respektiert wird. Es ist zwar vor einer Woche daran  ein bisschen gerüttelt worden, aber sie hält.

  Und damit ist auch die Legitimität dieser Lösung nicht so leicht in Frage zu stellen.

  Zypern muss als Land neue Wege suchen. Es gibt ja die Gasvorkommen. Vielleicht wird man sich auch die Versöhnung mit dem türkischen Landesteil noch einmal überlegen. Aber der unmittelbare Zusammenbruch ist abgewendet.