Die Eurofinanzminister haben gestern Nacht in Luxemburg erstmals grundsätzliches grünes Licht gegeben, damit auch der Euroschutzschirm zur Finanzierung von Großbanken herangezogen werden kann. Im Notfall und bis zu einer Obergrenze von 60 Milliarden Euro.

   Wie genau die Kosten aufgeteilt werden bei einem Bankenkollaps, zwischen  Eigentümern, Großanlegern und den Steuerzahlern, das ist heute die große Frage.  Einlagen unter 100 000 Euro bleiben auch für den schlimmsten Fall eines Totalkrachs  Tabu. EU-Finanzkommissar Ollie Rehn pocht darauf rasch voranzuschreiten zur Bankenunion. Nach der gestrigen Grundatzeinigung über Bankenhilfen durch den Eurorettungschirm

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  Es ist der längste Tag des Jahre, genug Zeit für eine Einigung, hofft der Finanzkommissar aus Finnland.

 Die Europäische Kommission pocht auf ein möglich einheitliches Bankeninsolvenzrecht in Europa.  Luxemburgs Luc Frieden unterstützt die Forderung nach  möglichst strengen gemeinsamen Regeln.

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    Vor allem  Nichteurostaaten wie Großbritannien und Schweden  verlangen dagegen  größere Flexibilität für die Mitgliedsstaaten , wer zu Kasse gebeten wird beim Bankenkrach.  Schwedens Finanzminister Anders Borg.

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  Als Nichteuroländer bekommen wir ja kein Geld aus dem Euroschutzschirm, und wir stehen nicht unter dem Schirm der Europäischen Zentralbank, da muss es mehr Flexibilität geben, fordert Schweden.

 Ist ein europäisches Bankeninsolvenzrecht einmal fix, dann muss ein Abwicklungsfonds aufgebaut werden, damit in Zukunft nicht mehr die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden, wenn es kracht.  Österreichs Staatssekretär Andreas Schieder setzt auf einen Kompromiss.

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  Der Druck noch heute spätestens in der Nacht zu einer Einigung zu finden ist groß. Die geplante Bankenunion ist jetzt schon im Verzug. Und wie lange die relative Ruhe auf den Finanzmärkten anhält kann niemand sagen.