Chinas Wirtschaft ist im vergangenen Jahr etwas weniger stark gewachsen, als geplant. Das gab die zentrale Statistikbehörde der Volksrepublik heute bekannt. Aber die 7,4 Prozent Wachstum, die für 2014 errechnet wurden, sind noch immer so gut, dass im gesamten asiatischen Wirtschaftsraum ein Aufatmen zu vernehmen war.

Überall sonst in der Welt wäre ein Wirtschaftswachstum von 7,4 Prozent eine Jubelmeldung. In China ist es dagegen die schwächste Marke seit 24 Jahren. Die Zeiten der zweistelligen Wachstumsraten sind vorbei. Das offizielle Ziel von 7,5 Prozent wurde – allerdings nur sehr knapp – verpasst. Von einer spürbaren Verlangsamung ist trotz der schwachen Weltwirtschaft keine Rede. Daher haben die asiatischen Börsen heute positiv auf Nachrichte aus Peking reagiert.

Von einer neuen Normalität spricht der Chef des Nationalen Statistikbüros Chinas Ma Jiangtang, wir müssen das Potential sehen, das in unserer Wirtschaft noch steckt.

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Die Regierung in Peking setzt für 2015 auf kontinuierliches und relativ rasches Wachstum.

Die Wachstumszahlen haben in China auch eine politische Dimension. Denn hunderte Millionen wollen nach wie vor der Armut entkommen. Die chinesischen Durchschnittsbürger erwarten, dass es so rasch aufwärts geht wie bisher. Ein Wirtschaftseinbruch, etwa weil die Immobilienblase platzt oder überschuldete Banken kollapieren, könnte die Stabilität des Landes gefährden.

Der Chinaexperte des Internationalen Währungsfonds, Alfred Schipke, sieht in einem verlangsamten Wachstum in China sogar eine gesunde Anpassung, die sich über mehrere Jahre ziehen wird.

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In China sind erstmals auch die ökologische Schäden des ungebremsten Wachstums ein offizielles Thema. Sollten ernsthafte Umweltauflagen auf die Betrieben zukommen, wäre manch wilden Expansionsplänen ebenfalls ein Riegel vorgeschoben.