Dass der Einfluss der USA in der Welt zurückgeht ist eines der großen Themen des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes. Im Nahen Osten sind die Regionalmächte Iran, Saudi Arabien und Russland dabei die Lücke zu füllen. In Asien stellt der Aufstieg Chinas die amerikanische Vorherrschaft im Pazifik in Frage. Und sogar in Japan, dem engsten Verbündeten Amerikas, regt sich Widerstand gegen die Supermacht.

Die Soldaten trainieren für Einsätze in Afghanistan und im Irak. Aufklärungsflugzeuge starten von Okinawa aus täglich  in die halbe Welt.  Zu den wichtigsten Zielgebieten gehört Nordkorea.

ROBERT ELDRIDGE, AUSSENPOLITIKEXPERTE

ÜBERSETZUNG

Das Marinecorps der Vereinigten Staaten deckt von Okinawa aus 52 Prozent der Erdoberfläche ab. ab.  Jeder Ort Asiens ist von diesem Stützpunkt aus  zu erreichen.

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Aber das Militärbündnis zwischen Japan und den USA steht unter Druck wie nie zuvor.  Seit ein neuer rebellischer Gouverneur den Abzug der Amerikaner fordert gibt es täglich Proteste vor den militärischen Einrichtungen.

24 Landeplätze für Helikopter sind in Betrieb, klagen die  Anrainer.

INSERT: Shinji Isa, Gemeinderat Higashimura

Die Osprey-Flugzeuge der Marines, die wie Helikopter starten,  sind ungeheuer laut, auch in der Nacht. Die Kinder können nicht schlafen.  Manchmal stürzen gibt es Unfälle und die Helikopter stürzen ab. Uns reicht es.

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Die Aktivisten wollen den Bau von vier neuen Helikopterlandeplätzen auf dem riesigen Gelände verhindern.

Die Wirtschaft auf der Inselgruppe im Süden Japans ist stark von den Stützpunkten  abhängig. Der Gegensatz zu den USA hat in der lokalen Politik zu einem Aufstieg linker Parteien geführt, die in anderen Teilen Japans wenig Einfluss haben.

Kopf des lokalen Widerstandes ist der Bürgermeister von Nago, der sich gegen den Bau neuer Landebahnen in einem Naturschutzgebiet zur Wehr setzt.

Susumu Inamine, BÜRGERMEISTER NAGO, OKINAWA.

ÜBERSETZUNG:

Wir bekommen  null Unterstützung  aus Tokio. Die Zentralregierung tut  doch nur, was die Amerikaner anschaffen.

Die USA haben dem besiegten Japan 1945  Demokratie und dem pazifischen Raum Stabilität  gebracht.

Aber  jetzt herrscht Krisenstimmung  in der Region, alle Staaten rüsten auf.

Just in dem Augenblick, in dem die Spannungen zunehmen zwischen den Großmächten, wächst in Japan der lokale Widerstand gegen die wichtigste amerikanische Militärbasis im Pazifik. Die ganze Region ist auf der Suche nach einem neuen Gleichgewicht.

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Im fernen Tokio denkt der mächtige Regierungschef eher an einen Ausbau der Sicherheitsallianz mit den USA.

Ob ein Abzug der Amerikaner aus Okinawa für Japans Führung vorstellbar ist?

INSERT:  Naokazu Takemoto, Abgeordneter, Liberaldemokratische Partei

Nein, dazu wird es nicht kommen. Die USA müssen in unserem Land bleiben, darauf setzen wir.

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Würden die USA ihre  Präsenz in Ostasien reduzieren, könnte leicht  Streit ausbrechen, welcher Staat  die Lücke füllt. Trotz aller Proteste der  Bevölkerung werden die US-Militärbasen in Okinawa bleiben.