Vier Wochen ist es her, dass der japanische Kaiser Akihito in einer seiner seltenen Fernsehansprachen den Wunsch nach einem Rückzug aus den offiziellen Amtsgeschäften deponiert hat. Aber  der Kaiser ist das Symbol des Staates, ein Rücktritt ist gesetzlich nicht vorgesehen. Gleichzeitig gibt es viel Verständnis im Land für den 82jährigen Monarchen. Nächste Woche  tritt in Tokio der Expertenausschuss zusammen, der klären soll, wie es weitergeht.

Beim Eingang zur Palastanlage im Zentrum von Tokio, in der abgeschieden von den Bürgern die kaiserliche Familie lebt, gibt es unter den Besuchern nur ein einziges Thema.

Wie kann es weitergehen nach dem Wunsch des 82-jährigen Kaisers  sich aus den Staatsgeschäften zurückzuziehen? KAISER HIROHITO, 6.8.2016

ÜBERSETZUNG:

Die kaiserlichen Pflichten sind wichtig, er ist das Symbol des Landes, er soll bleiben.

BESUCHERIN:

Warum soll es nicht auch einmal eine Kaiserin geben, obwohl das für uns jetzt noch schwer vorstellbar ist?

TEXT

Zum Staatsbesuch des Königspaares aus Belgien muss der amtsmüde Kaiser unverändert Dienst tun.

Beim Yasukuni Schrein für Japans Gefallene ist die Verehrung für die kaiserliche Familie ungebrochen. Dabei hat der Tenno  die Verbrechen des kaiserlichen Japans im Zweiten Weltkrieg deutlich verurteilt.

Nach dem Willen der Regierung soll Akihiti Kaiser bleiben, aber einen Teil seiner Amtsgeschäfte dem Kronprinzen übergeben.

NAOKAZU TAKEMOTO,LIBERALDEMOKRATISCHER PARLAMENTSABGEORDNETER

Der Kaiser hat als menschliches Wesen seine persönlichen Bedürfnisse artikuliert.   Das allein ist ein Zeichen der modernen Zeit.

Das Land hält am wichtigsten Symbol der eigenen Identität und vergangener Glorie fest. Steht aber gleichzeitig fest in der Welt des 21.Jahrhunderts.