Die Anschläge von Brüssel und Paris haben in Europa die Debatte um die Schutzmöglichkeiten gegen Terroranschläge neue Aktualität verliehen. Seit vielen Jahren mit einer ähnlichen Bedrohung konfrontiert ist Indien. In den letzten Jahren gab es Terroranschläge gegen Hotels, die Börse von Mumbai und sogar das Parlament in New Delhi, mit hunderten von Toten. Die Attentäter haben nach den Erkenntnissen der indischen Behörden ihre Basis im benachbarten Pakistan. Wie Indien mit der permanenten Terrorbedrohung umgeht berichtet Asienkorrespondent Raimund Löw.

An massive Polizeipräsenz im Regierungsviertel in New Delhi haben sich die Bürger gewöhnt.

Seit drei Jahrzehnte ist Indien Opfer blutiger Terroranschläge, für die die Regierung Pakistan die Schuld gibt.

INSERT: G.D.Bakshi, Terrorismusexperte

„Wie wir die Flughäfen beschützt haben, gab es Angriffe gegen Fünfsternhotels. Dann kamen die Bahnhöfe dran. Die Terroristen weichen immer auf die nächsten weicheren Ziele aus.“

Für den Alltag sind die Folgen des Terrors weitreichend.   Indiens Flughäfen gleichen richtiggehenden Hochsicherheitszonen.

SHRI RAJIV, INDISCHE ZIVILLUFTFAHRTBEHÖRDE

„Bei uns dürfen Passagiere ohne Kontrolle gar nicht in Flughafengebäude hinein, anders als in Europa.“

Politisch tobt ein Streit zwischen rechter Regierung und linker Opposition, ob die Meinungsfreiheit begrenzt werden darf im Antiterrorkampf.

INSERT: Manesh Tewari, Oppositionspolitiker, Kongresspartei

„Ja, als Bürger und als ehemaliges Regierungsmitglied mache ich mir Sorgen um die Pressefreiheit in unserem Land.“

INSERT: Sudhanshu Trivedi, Sprecher Regierungspartei BJP

„Aus politischem Kalkül unterstützen einige Führungspersönlichkeiten der Opposition leider die Terroristen.“

Die indische Demokratie funktioniert, trotz der zahlreichen Kontrollen, auch beim Parlament und vor Amtsgebäuden. Wie weit die Meinungsfreiheit gehen kann in einer Situation der permanenten terroristischen Bedrohung ist in Indien eine kontroversiell diskutierte Frage.