Eine spektakuläre außenpolitische Kertwende kündigte heute der philippinische Präsident Duterte bei einem Staatsbesuch in China an. Sein Land werde sich von den USA abwenden und China zuwenden, sagte der unkonventionelle Politiker. Es ist eine bemerkenswerte Entwicklung, denn die Philippinen sind traditionell ein enger Verbündeter der USA.

Die Philippinen sind von ihrem neuen Präsidenten einiges gewöhnt, sie schätzen seine unkonventionelle Art. Ausgerechnet von Peking aus verkündet Duterte heute, was er seine Trennung von den USA nennt.

Nicht nur militärisch will der philippinische Präsident mit Amerika nichts mehr zu tun haben, sondern auch ökonomisch.

In die USA will er gar nicht fahren, dort werde er sowieso nur beleidigt.

Bei Duterte weiß man nie genau, was tatsächlich  ernst gemeint ist. In Peking fügt er  witzelnd hinzu, jetzt werden wir halt von Euch abhängig sein, und ihr habt damit ein wirtschaftliches Problem mehr.

Die Verbindung des traditionell proamerikanischen Inselstaates zu Amerika, einer ehemaligen Kolonialmacht, wird nicht so rasch verschwinden.

Aber politisch hat China mit der Kertwende Dutertes eines echten Coup gelandet.

Vor einen halben Jahr, unter dem früheren Präsidenten Aquino, sind die Philippinen gegen China wegen des Streits um das Südchinesische Meer vor das Internationale Seegericht in Den Haag gegangen und haben gewonnen. Jetzt erklärt sich  der ehemalige Gegenspieler zum Alliierten  gegen die USA.

Die Philippinen waren bisher  in der wachsenden Konkurrenz mit China der wichtigste Verbündete  Amerikas in der Region. Aber seit dem Amtsantritt Dutertes vor 4 Monaten läuft nichts mehr zwischen den befreundeten Staaten. Aus Washington kam Kritik am  Antidrogenkrieg mit den vielen Toten. China dagegen unterstützt vorbehaltlos die blutigen Razzien gegen Dealer und Süchtige. Der philippinische Präsident will keine amerikanischen Militärberater im Land.

Bei einem Staatsbesuch zieht Peking alle Register um den ungewöhnlichen Gast freundlich zu stimmen. Und über den Streit welchem Land welche Inseln gehören im Südchinesischen Meer hat man tatsächlich nur ganz nebenbei gesprochen. Dafür kündigt China Investitionen in Milliardenhöhe an, für Autobahnen, Häfen und Zugsverbindungen auf den Philippinen.

Ob sich Duterte mit seinem prochinesischen Kurs gegen die traditionell proamerikanischen Eliten im eigenen Land auf Dauer durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. China signalisiert auf jeden Fall auch anderen Staaten Asiens, dass sich ein Schwenk weg von Amerika und in Richtung Peking durchaus auszahlt.