Weiß man, was Herr Anasthasiades im Gepäck hat?

 

Wir Journalisten wissen es nicht. Aber seit dem Nachmittag jagt bereits eine Sitzung die andere zu Zypern hier in Brüssel. Staatspräsident Anastasiadis ist da, der EZB-Präsident, die Präsidentin des Internationalen Währungsfonds, und da werden natürlich die verschiedenen Varianten durch diskutiert.

 

   Dabei geht es immer um den zypriotischen Eigentanteil an der Rettung, der Beitrag der Europäer von 10 Milliarden euro liegt  ja unverändert am Tisch.

 

  Eine Variante die offensichtlich diskutiert wird ist das Comeback der Sondersteuer auf Bankguthaben, die das zypriotische Parlament vor einer Woche abgelehnt hat in abgeänderter Form.  Und zwar bei Einlagen über 100 000 Euro und gestaffelt danach, bei welcher Bank diese Einlagen liegen. Bei der Bank of Cyprus, die die größten Probleme hat, könnte das bis zu 25 Prozent der ganz großen Einlangen sein, bei den anderen 5 %.

 

  Das wäre eine Art Vermögensabgabe für die Reichen, die aber bis zuletzt von der zypriotischen Regierung abgelehnt wurde.

 

  Das sind aber keine gesicherten Informationen, da muss man dazusagen.

  Eben NL-Vertreter hereingegangen, sagt er kennt selbst keine neuen Zahlen.

Die anderen Länder, v. a. Deutschland, machen viel Druck, wollen sich nicht mit vagen Zusagen abspeisen lassen.

Überschätzen die Zyprioten ihre Position – oder umgekehrt, glauben sie, man wird es schon nicht riskieren, sie in die Pleite zu schicken?

 

Es ist ein ziemlicher riskanter Poker, der von beiden Seiten gespielt wird.

 

Und es haben beide Seiten viel zu verlieren, man hört hier in Brüssel immer nur, was die Zyprioten zu verlieren haben, nämlich viel größere Verluste der Einleger, wenn es Pleite gibt. Da ist dann für Konteninhaber entweder  alles weg  oder auf jeden Fall mehr als die jetzt im Raum stehenden 25 Prozent.

 

  Das Geschäftsmodell Zyperns als Steueroase ist sowieso extrem angescvhlagen.

 

  Aber schon auch die europäer haben viel zu verlieren. Euro würde zwar ziemlich sicher aushalten Austritt Zyperns.

  Aber es wäre das erste Euroland das ausgestoßen wird, das hat es noch nie gegeben.

  Und dass Euroländer mit relativ finanziell so kleinem Problem nicht fertig werden, das wäre ein schlimmes Zeichen.

 

  Für Zypern wahrscheinlich finanziell mehr zu verlieren, aber Euroraum politisch viel zu verlieren.

 

  Rein wegen des Prinzips ein Exempel statuieren, das muessen sich euroländer schon auch überlegen.

 

 

 

Die politische Konfusion in Zypern selbst macht den Entscheidungsprozess ja nicht einfacher, weil man nicht weiss, ob das, was der Präsident in Brüssel zusagt, dann am nächjsten Tag im zypriotischen Parlament auch hält.

 

 

 

Ist es heute wirklich die letzte Chance, dreht die EZB morgen den Geldhahn zu, oder kann sich das noch hinziehen?

 

  Die EZB sagt sie dreht den Geldhahn zu, wenn kein nachhaltiges Sanierungskonzept steht.  Aber was das genau bedeutet, da wird es sicher Spielraum geben.

 

  Gesetzt den Fall, es gibt eine Einigung heute Nacht. Wie weit muss man bei der Umsetzung dieser Einigung sein, damit die EZB das ankündigt?

  Manchmal gibt es auch mehrere parlamentarische Abstimmungen.

 

Wenn der Eindruck da ist, man ist auf gutem Weg, dann wird es nicht an irgendeinem Automatismus  scheitern.

 

  Aber das Ultimatum der EZB ist doch relativ deutlich. Da hängt auch die Glaubwürdigkeit der EZB dran, einfach umgehen wird es sich nicht lassen.