In China ist es am Wochenende zu den ersten bekannten Protesten gegen Nuklearenergie gekommen. Nördlich von Shanghai sind tausende Stadtbewohner auf die Straße gegangen, um die geplante Errichtung einer Wiederaufbereitsungsanlage durch ein chinesisch-französisches Konsortium zu verhindern, berichtet die in Hongkong erscheinenden South China Morning Post.

Die chinesische Regierung strebt einen rapiden Ausbau der Kernkraft an, um die Luftverschmutzung durch Kohlekraftwerke einzudämmen. Aber die häufigen Industrieunfälle mit vielen Opfern nähren Zweifel an der Sicherheit der chinesischen Atomkraftwerke. Die South China Morning Post berichtet, dass sich in der Provinz Jiangsu nördlich von Shanghai tausende am Hauptplatz versammelt haben, um gegen eine geplante Wiederaufbereitungsanlage zu protestieren. Boykottiert Atomabfall, war auf den Plakaten zu lesen. Auf den Bildern, die in den sozialen Medien zirkulieren, ist viel Polizei zu sehen, aber Zwischenfälle gab es offensichtlich keine. Die Stadtverwaltung der Stadt Lianyungang verweist nur darauf hin, dass die vorbereitenden Gespräche noch nicht abgeschlossen sind. Im Übrigen seien die Demonstrationen nicht genehmigt. 23 Atomkraftwerke sind in China in Betrieb. In den nächsten 15 Jahren sollen 80 weitere Reaktoren errichtet werden.

http://www.rfa.org/english/news/china/china-protest-08082016125330.html

http://www.scmp.com/news/china/policies-politics/article/2000561/residents-come-out-force-protest-against-sino-french