Offiziell sagt zu den italienischen Wahlen zur Zeit niemand etwas, weder in Brüssel noch in den anderen Hauptstädten. Aber es ist völlig klar: dieses Wahlergebnis, wenn es sich bestätigt, ist  eine  bittere Nachricht für Europa.

  Italien ist ein Schwergewicht in der EU.

 Die ganze Stabilisierung des Euro, die wir seit letztem Herbst erleben, ist auf drei Säulen gestanden:  Mario Draghi und der EZB in Frankfurt, die sich mit all ihrer Kraft engagiert hat,  Angela Merkel in Rom, die Draghi den Rücken freigehalten hat und Mario Monti in Rom, der den gewünschten Sanierungskurs gefahren ist.

  Jetzt wankt  einer dieser drei Pfeiler, ganz gehörig.

  Man wird daran erinnert, dass vieles noch ungelöst ist im Euroraum und man möglicherweise nur Zeit gewonnen hat.

  Es wird für den Euro eine neuerliche  Bewährungsprobe, wenn in Italien eine blockierte Situation entsteht. Man wird sehen, wie widerstandsfähig diese Schutzmechanismen sind, die die Europäer gebaut haben.

    Was  alle Turbulenzen der letzten Jahre in Europa schon immer wieder gezeigt haben, das ist, dass kein Land Selbstmord begehen will. Indem es etwa den Euro in die Luft jagt und sich dann mit offener Brust alleine gegen die Finanzmärkte stellt.

  Die europäischen Demokratien und die auch die europäische Integration halten relativ viel aus.

  Aber  ein riesiger Denkzettel ist dieses Wahlergebnis auf jeden Fall. So wie in Italien erleben Viele in ganz Südeuropa  den Sparkurs, den sich die Europäer auferlegt haben, als kontraproduktiv, man hat das Gefühl, dass er alles noch schlimmer macht. Da wird man sich in Brüssel etwas überlegen müssen, aber nicht nur in Brüssel, sondern auch in Berlin und den anderen Hauptstädten, wo die wirklichen Entscheidungsträger sitzen.