Die Waldbrände in den westlichen Bundesstaaten der USA toben seit mehreren Wochen. Der Präsident hat ihnen lange Zeit keine große Bedeutung zugemessen, aber diese Woche ist er dann doch in das Krisengebiet geflogen. Und, wir haben es gehört, Donald Trump hat ausgerechnet Österreich als Beispiel für Waldmanagement angepriesen. Sie leben dort in Wäldern, hat er gesagt, es gibt Wald mit explodierenden Bäumen in Austria, so Trump.
Wie kommt der Präsident denn darauf ausgerechnet Österreich als Beispiel für Brandschutz zu sprechen zu kommen?
Das ist nicht ganz klar. Aber eine Verwechslung von Austria mit Australia, die ja oft passiert in Amerika, kann es nicht gewesen sein. Trump hat Austria mit seinen angeblichen Forest Cities gleich zwei Mal erwähnt. Einmal im Zusammenhang mit Finnland, wo er sagt, auch dort sind sie viel besser beim Verhindern von Waldbränden als die Kalifornier.
Riesige Bedeutung hat das nicht. Von Trump ist man gewohnt, dass er jeden Tag Skurrilitäten von sich gibt, die sich im Nachhinein als völlig falsch herausstellen. Und im Internet wird viel gewitzelt über die Wald Städte in Österreich.
Es heisst natürlich schon, dass ihm Österreich, Austria, ein Begriff ist. Vielleicht hat ihm oder seinen Mitarbeitern der amerikanische Botschafter in Wien etwas erzählt. Oder er kann sich an Kanzler Kurz erinnern, der letztes Jahr in Washington war.
Die Sache hat natürlich einen ernsten Hintergrund. Es gibt einen riesigen politischen Streit in den USA, worauf denn diese Megabrände zurückzuführen sind.
Die meisten Experten sagen, das hat etwas mit dem Klimawandel und der Erderwärmung zu tun. Trump leugnet den Klimawandel und sagt die schlechte Forstverwaltung in Kalifornien ist schuld. Und er behauptet eben, in Österreich brennen die Wälder weniger, weil man sie dort besser betreut.
Wie sind diese Waldbrände denn wirklich zu interpretieren? Es brennt ja jedes Jahr in den westlichen Bundesstaaten, aber so ausgedehnte Brände, die so lange nicht unter Kontrolle zu bringen sind, das hat es noch nie gegeben. Ist klar, worauf diese Megabrände zurückzuführen sind?
Es sind mehrere Gründe, die zusammengekommen sind. Natürlich gibt es Kritik an der Forstverwaltung, nicht nur in Kalifornien, auch in Oregon und Washington State, dass zu wenig Unterholz beseitig wird und umgestürzte Bäume zu lange liegen bleiben, obwohl man weiß, dass es leicht zu Entzündungen kommt.
Die dichte Besiedlung in manchen Gebieten wird angeführt, die dazu führt, dass es immer mehr Schaltstationen für Hochspannungsleitungen gibt, die sich erhitzen können oder wo es einen Kurzschluss gibt, wenn die Leitungen zu stark belastet sind. Es gibt auch immer wieder Fälle Brandstiftung, wegen Versicherungsbetrug oder sonst aus einem Motiv.
Aber das hat es immer gegeben. Solche Megabrände wie dieses Jahr sind neu.
Meteorlogen sagen, die Satellitenbilder zeigen Aschewolken bis vor der Nordküste Europa. Das sind schon historische Dimensionen.
Und die Erklärung der meisten Wissenschaftler ist schon, dass der Klimawandel eine entscheidende Rolle spielt. Die Temperaturen steigen, das lässt sich messen, dadurch wird alles trockener und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass ein Funke einen Brand auslöst.
Heiße Winde kommen dazu und das Desaster dieses Jahr war perfekt.

Wirkt sich die Auseinandersetzung um die Waldbrände auch auf den Präsidentschaftswahlkampf in den USA aus, wo ja am 3.November Wahltag ist?
Absolut, die Klimapolitik ist schlagartig zu einem zentralen Thema der Wahlauseinandersetzung geworden. Joe Biden, der demokratische Herausforderer, wirft Trump vor, dass er ein Klima-brandstifter ist, weil er viele Klimaschutzregeln der Obama Administration außer Kraft gesetzt hat. Biden verspricht, dass die USA dem Pariser Klimaschutzabkommen wieder beitreten werden, wenn er Präsident wird, dass der Austritt rückgängig gemacht wird, den Trump verfügt hat.
Die Demokraten hoffen jetzt, wenn Klima das große Thema wird, dass dann die Bedeutung von Law and order zurückgeht, worauf ja Trump setzt um seine Anhänger zu mobilisieren.
Dass sie dann den Familien in den Suburbs, die noch nicht wissen, wen sie wählen sollen, ein besseres Angebot machen, mit dem Versprechen mehr für den Klimaschutz zu tun und mehr zu tun, damit diese riesige Naturkatastrophen nicht noch verheerender werden.
Auf jeden Fall: Klima ist voll angekommen im amerikanischen Wahlkampf.
In knapp 7 Wochen wird gewählt in den USA. Was sagen die Meinungsumfragen? Bleibt es beim Vorsprung von Joe Biden, dem demokratische Herausforderer?
Biden hat nach wie vor einen deutlichen Vorsprung in den Meinungsumfragen. Beim amerikanischen Wahlsystem kommt es darauf an, wer die 5, 6 umstrittenen Battleground States gewinnt. Und die westlichen Bundesstaaten, wo es jetzt brennt, sind sowieso mehrheitlich demokratisch, auf die kommt es nicht an.
In einigen Battle Ground States wird der Vorsprung Bidens kleiner.
Vor allem in Florida ist das der Fall, das immer besonders wichtig ist. Daher gibt es eine ungewöhnliche Initiative des Milliardärs Bloomberg, der sagt er wird 100 Millionen Dollar in die Werbung gegen Trump in Florida stecken. Das zeigt, wie viel Geld Michael Bloomberg hat, zeigt aber auch, dass die Demokraten sich um Florida Sorgen machen.