Beim Weltwirtschaftsgipfel der G 7 in Japan ist von den Vorteilen des Freihandels die Rede gewesen und Russland wurde wegen der Besetzung der Krim kritisiert. Mit keinem Wort wird in der Schlusserklärung China erwähnt. Trotzdem zeigt sich Peking höchst unzufrieden über den Verlauf des Treffens, bei dem der japanische Regierungschef Shinzo Abe den Vorsitz geführt hat.

Die G 7 sollen sich um die eigene Wirtschaft kümmern, und ihre Nase nicht in die Angelegenheiten Anderer stecken, war der wenig freundliche Kommentar im Pekinger Außenministerium zum Spitzentreffen in Japan. Dass ausgerechnet Japan, der traditionelle Rivale im Osten, bei den G 7 für Asien spricht, zeigt aus chinesischer Sicht, wie wenig der exklusive Club mit der Wirklichkeit der globalisierten Welt zu tun hat.   Dem japanischen Premierminister Shinzo Abe wirft man vor, dass er den Diskussionen der G 7 einen parteilichen antichinesischen Drall gibt.

Peking stört, dass sich der Gipfel mit der größten Streitfrage überhaupt beschäftigt hat, die China mit zahlreichen Nachbarn entzweit: die Kontrolle über das Südchinesische Meer, in dem sowohl Peking, als auch die Philippinen und andere Anrainerstaaten Souveränitätsansprüche geltende machen. Die G 7 unterstützen ein demnächst bevorstehendes Urteil des Internationalen Seegerichtshofes zum Südchinesischen Meer, das Peking aber ablehnt, weil die riesige Meeresregion seit langer Zeit schon zu China gehöre.

Auch bei Wirtschaftsfragen machen die G 7   China einseitig zum Sündenbock, heißt es in Peking. Den Vorwurf, dass China durch subventionierte Stahlproduktion Arbeitsplätze gefährdet, weist man zurück. Europäer und Amerikaner würden mit solchen Behauptungen nur ihre eigenen Probleme verstecken.

Mit Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und der EU, sind die Europäer überproportional vertreten bei den G 7. Sie wollen sich ungern hineinziehen lassen in die japanisch-amerikanischen Spannungen mit dem Reich der Mitte. Auf Wunsch der Europäer wird China daher im Abschlusskommunique zumindest nicht ausdrücklich erwähnt.

Als Alternative zum kleinen Kreis der G 7 wird China im Herbst zu einem   G 20 Gipfeltreffen laden, an dem neben Europäern, Amerikanern und Japanern auch Russland teilnimmt, gemeinsam mit Indien und anderen aufstrebende Industriestaaten.