Es kommt alles wieder hoch: wie Marc Dutroux in den Neunzierjahren, damals bereits ein erstes Mal verurteilt wegen Kindesmissbrauch,  sechs Mädchen entführt, gefoltert und vergewaltigt hat. Zwei Kinder liess er in seinem Keller verhungern.  Dank mysteriöser Förderer im  Justizapparat war er frühzeitig freigekommen. Schon die Vorstellung alleine, dass der verhassteste Verbrecher Belgiens  nach  16 Jahren Haft jetzt neuerlich in Freiheit kommen könnte, nur durch eine Fussfessel festgehalten, lässt die Wogen hochgehen.

  Aber die Rechtslage ist klar: auch ein zu lebenslanger Haft Verurteilter hat  in Belgien das Recht nach 10 Jahren einen Antrag auf Haftentlassung zu stellen. Seine Exfrau und Komplizin Michelle Martin lebt bereits seit dem Sommer in einem Frauenkloster.

Ich bin nicht taub und blind, sagt Dutroux Anwalt Pierre Deutsch, was die Menschen am meisten aufregt, dass ist die Wiederholungsgefahr.

 Man sagt uns, das ist ein Verrückter, ein Psychopath, der nie sein Verhalten ändern wird. Aber auch andere Personen wurde freigelassen, die Blut an ihren Händen hatten, so  Dutroux Anwalt Deutsch.

Nein, Marc Dutroux hat sich nicht verändert, sagt sein Arzt Michel Matane dem belgischen Radio.

  Er hat sich seine eigene Welt gebaut, er lebt in einer Blase..

  Mitgefühl für seine Opfer hat der heute 56 jährige Dutroux nie gezeigt, das macht für die Öffentlichkeit jeden Schritt in Richtung Freilassung so empörend.

Am Justizpalast in Brüssel, in dem heute Nachmittag die Verhandlung stattfindet, sind aussergewöhnliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, bestätigt Gerichtspräsident Luc Hennart

Er selbst muss erscheinen. Die Polizei spricht von erhöhtem Risiko, sowohl für die Öffentlichkeit als auch den Betroffenen selbst.

  Ob auch Angehörige der Opfer von ihrem Recht Gebrauch machen werden,  der Verhandlung beizuwohnen, ist noch unklar.

  Eine Entscheidung der Haftrichter wird heute nicht erwartet. Angesichts des negativen Urteils der Gefängnisverwaltung und der Staatsanwaltschaft schließen so gut wie alle Rechtsexperten die frühzeitige Freilassung Dutrouxs aus.