Nach Angaben der USA und Südkoreas hat Nordkorea in den frühen Morgenstunden eine Rakete getestet, die über das in Richtung Japan abgefeuert wurde und im Japanischen Meer niederging. Japans Premierminister Shinzo Abe besucht gerade US-Präsident Trump in Florida. Seinem japanischen Gast versicherte Donald Trump die 100prozentige Unterstützung der USA.

  Es ist der erste nordkoreanische Raketentest seit der Amtseinführung des neuen amerikanischen Präsidenten. In Washington zeigt man sich nicht wirklich  überrascht.

  Bei dem heute getesteten Geschoß hat es sich offensichtlich um eine Mittelstreckenrakete gehandelt, die nach 500 Kilometern im Meer gelandet ist und nicht um eine  Interkontinentalrakete, die theoretisch auch die kalifornische Küste der USA erreichen könnte.

  Südkorea und Japan wertet das  Manöver  als gezielte Provokation zu einem Zeitpunkt, an dem Japans Regierungschef Abe dabei ist die Allianz mit den USA zu erneuern. Rund um den Machtwechsel in Washington war unklar, ob Amerika weiter bereit ist als Schutzmacht Südkoreas und Japans fungieren. Diese Zweifel scheinen jetzt verflogen. Präsident Trump versichert,  er steht 100 Prozent hinter Japan. Der neue Pentagonchef  James Mattis hat bei einem Besuch im Pazifik mit überwältigenden Reaktionen gedroht, sollte Pjöngjang je seine Atomwaffen tatsächlich einsetzen.

  Aus Nordkorea selbst gibt es noch keine Informationen über den heutigen Raketentest. Pjöngjang sieht  sein hochgerüstetes Militär als Mittel der Selbstverteidigung, hat im UNO-Sicherheitsrat aber auch  China und Russland gegen sich. Beide Nachbarstaaten haben  letztes Jahr eine Verschärfung der Sanktionen zugestimmt.

  Im Gegensatz zur wilden Rhetorik im Präsidentschaftswahlkampf Donald Trumps, heisst es heute in Washington, dass man eine Eskalation vermeiden will.  Trump setzt auf den mäßigenden Einfluss Pekings auf Nordkorea, hat aber mit seiner heftigen Polemik gegen China viel Porzellan zerschlagen.

  Im März sind gemeinsame amerikanisch-südkoreanische Militärmanöver geplant, die traditionell mit heftigen Spannungen zum Norden verbunden sind.  Die Gefahr einer  Eskalation nach dem heutigen Raktentest ist groß.

 Die koreanische Halbinsel ist die gefährlichste Region Ostasiens.  Nordkorea hat schon im vergangenen Jahr seine nukleares Potential durch Atomexplosionen und immer weiter reichende Raketen unter Beweis gestellt.