In Asien wächst die Rivalität zwischen China und USA.   Japan steht auf  der Seite der USA. Jetzt meldet sich die dritte Großmacht Asiens zu Wort: Indiens neuer Premierminister Modi  verlangt für sein Land ein Mitspracherecht in  sicherheitspolitischen Fragen. Vor einem Jahr hat der Hindu-Nationalist Modi die Jahrzehnte lang regierende indische Kongresspartei in die Opposition gedrängt.

  Für die indische Öffentlichkeit ist es eine Überraschung: Premierminister Narenda Modi,  der starke Mann des Landes, ist die Stellung Indiens in der Welt um vieles wichtiger als seinen Vorgängern. Modi hat in seinem ersten Regierungsjahr Europa besucht und die USA, er war in Japan und Südkorea  und hat zuletzt sogar mehrere Tage mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping verbracht.

Indiens Erfolg wird den asiatischen Traum  Wirklichkeit werden lassen, verkündete  der selbstbewusste Premier diese Woche in Seoul.

   Im asiatischen Machtpoker  zwischen dem stürmisch aufstrebenden China auf der einen, den USA und Japan auf der anderen Seite, will Indiens Narenda Modi als gleichberechtigter Partner auftreten.   Seine rechtsnationalistische Regierung öffnet sich zu den USA.  Mit großem Pomp wurde Anfang des Jahres  Barack Obama  in New Delhi empfangen.  Gleichzeitig verbessert die Indische Regierung ihre Beziehungen zu China, dem traditionell ungeliebten Rivalen im Norden.

   In Peking plädiert Modi Mitte Mai persönlich für eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Giganten Asiens, um geopolitisch zu punkten in der Weltpolitik.

Die Stimme Asiens wird stärker sein, wenn  Indien und China mit einer Stimme sprechen, im eigenen Interesse und für uns alle.  Ob das 21.Jahrhundert ein asiatisches Jahrhundert wird,  hängt davon ab, was wir Indien und China gemeinsam unternehmen werden, argumentiert Indiens Premier Modi in Peking.

 

  Wirtschaftlich hat Indien viel nachzuholen gegenüber dem boomenden China. Die Grenzkonflikte, die seit Jahrzehnten immer wieder aufflammen mit dem schwierigen Nachbarn im Norden, hofft der Premier durch seine Charmeoffensive zu entschärfen.

  Der große Stolperstein für Modis geopolitische Pläne ist Pakistan, der unversöhnliche Feind  und  engster Verbündeter Chinas. 

  Generalmajor G.D. Bakshi, ein angesehener Sicherheitsexperte in Delhi, hält wenig von den indischen Avancen gegenüber China:

Als Militär bin ich pessimistisch. Eine dauerhafte Freundschaft  mit China ist kaum möglich, solange China Pakistan  militärisch unterstützt, so der indische Militärexperte Bakshi.

  Nicht nur Kampfflugzeuge auch AtomU-Boote habe China Pakistan versprochen, zur großen Bunruhig des militärischen Establishments in Indien .

  Noch bei seiner Amtseinführung vor einem Jahr hatte Modi auch den pakistanischen Regierungschefs zur Feier geladen. Seit damals hat sich das Klima deutlich verschlechtert, bestätigt der Sprecher der nationalistischen Regierungspartei BJP in Delhi Sudhanshu Trivedi:

Es gibt einfach Kräfte im Lager der Fundamentalisten in Pakistan, deren schiere Existenz davon abhängt, dass der Hass gegen Indien weiter geschürt wird. Die indische Regierung tut seit einem Jahr ihr bestes um die Beziehungen zu verbessern. Aber einer der Hauptbeschuldigten des Terroranschlages in Mumbai 2011 darf eine politische Veranstaltung in Lahore durchführen, dafür gibt es Extrazüge in Pakistan. Das zeigt, dass das Establishment in Pakistan nicht nur nachsichtig  ist gegenüber Terroristen, sondern sich auch mitschuldig macht, so der Sprecher der Regierungspartei in Delhi. 

Delhi  wirft Pakistan die Unterstützung von terroristischen Organisationen ab, mit Hilfe derer das islamische  Pakistan einen verdeckten Krieg gegen das laizistische Indien führt. 

     Auf den Konflikt mit Pakistan reduzieren will  Premierminister Modi die internationalen Ambitionen Indiens nicht.    Die Einflusssphären in Asien werden neu aufgeteilt im 21. Jahrhundert.   Mit dem Nationalisten Narenda Modi an der Spitze beansprucht  Indien einen Platz am Tisch der ganz Großen.