Die Umstellung der chinesischen Wirtschaft bringt auch geografische Verschiebung. Neben Shanghai und anderen Küstenstädte Nachholprozess des Landesinneren. Im Zentrum steht die Stadt Chongqing   mit 32 Millionen Einwohnern, die im Einzugsgebiet der Stadt leben. Autos und Computer werden in der neuen  chinesischen Metropole hergestellt. Für einen Zuwachs im High Tech-Bericht sorgt der österreichische Leiterplattenhersteller AT&S, der hier seine zweite Produktionsstätte in China eröffnet hat.

Im Herzen der  zentralchinesischen Stadt Chongqing bewundern die Besucher den  Befreiungsturm der Kommunistischen Partei, den eine kapitalistische Rolex an der Spitze ziehrt. In Maos Zeiten war das 27 Meter hohe Symbol das höchste Gebäude der Stadt.

Heute wirkt der KP-Turm winzig inmitten des nicht enden wollenden Waldes von Hochhäusern an den Ufern des Jangtsekiangs.

China verlagert seine Produktion von den Küstengebieten im Osten, wo die Wirtschaft langsamer wächst als bisher,  ins ärmere Landesinnere. Das Lohnniveau ist hier niedrig  und der Aufholbedarf groß.  Die chinesische Autoproduktion hat die Riesenstadt Chongjing  groß gemacht, jetzt setzt man auf High Tech und hochsensible Bauteile von Computern.

Die von nun an  auch vom österreichischen  Großunternehmen  AT&S in seinem zweiten Werk in China produziert werden, freut sich Firmenchef Andreas Gerstenmayer.

Bürgermeister Huang Qifan  will  seine Riesenstadt zum Zentrum der beschleunigten  Modernisierung Zentralchinas machen,  versichert er den aus Österreich angereisten Investoren.

Politisch ist Chongqing ein riskantes Pflaster.  Der langjährige lokale Parteichef Bo Xilai war ein gefährlicher Rivale für den  Staatspräsidenten und sitzt im Gefängnis. Von diesen Turbulenzen hat sich Metropole erholt um weiter  auf Überholspur zu bleiben, auch dank ausländischer Investitionen, verkündet der mächtige Bürgermeister Huang Qifan.

ATS beschäftigt 1700 Mitarbeiter im neuen Werk  Chongqing. Fast eine halbe Milliarde Euro investiert die österreichische Firma. Produziert werden hochspezialisierte Einzelteile von Computern, die  in Laptops, Handys oder medizinischen Geräten in der ganzen Welt zum Einsatz kommen. ATS reagiert auf die Herausforderungen der globalisierten Wirtschaft, sagt Firmengründer Hannes Androsch.

Was hat österreichische Bevölkerung von solchen globalen Investitionen in der weiten Welt? Androsch versichert, nur dank des weltweiten Engagements der Firma, gibt es überhaupt noch Arbeitsplätze in Österreich.

Die Werkshallen von ATS in Chongqing sehen aus wie ein riesiges Labor. Weisse Schutzanzüge für alle Mitarbeiter sind Pflicht. Gewerkschaften gibt es hier keine.

Zwischen 3000 bis 6000 Yuan, 500 bis 800 Euro im Monat verdienen die Arbeiter im neuen österreichischen Werk in China, sagt AT&S Chinachef  Jiang Phua, das entspricht dem Lohnniveau in Zentralchina, das über die Erhöhung de Mindestlöhne durch die Regierung wächst.

Das Symbol für die  Bürger Chongqings  sind  die unermüdlichen Träger, die sogenannten Bangbang, die wie früher  auf Bambusstangen vom Ufer des Jangtsekiang  die Waren hinauf in die  Stadt transportieren. Gestützt auf Tradition und offen für Moderne versucht China den nächsten Entwicklungssprung.