Es ist natürlich erstaunlich nach 27 Stunden Non-Stop-Verhandlungen, die es

gegeben hat, gibt es plötzlich nur 27 Sieger. Aber so funktioniert Europa

eben – glücklicherweise, muss man sagen, viel schlimmer wäre es, wenn es

nach so einer Verhandlungsschlacht tatsächlich Besiegte gäbe. Ein

Wermutstropfen ist natürlich für viele, dass dieses Langzeitbudget der

Europäischen Union kleiner ist als das vorangegangene. Da haben sich

Briten, Niederländer und andere, die auf der Bremse stehen, durchgesetzt.

Andererseits: es ist ein moderneres, innovativeres Budget als zuvor – da

gibt es Verschiebungen in die Richtung Bildung, in die Richtung Forschung.

Die sind zwar nicht riesig, aber sie sind vorhanden. Die politische

Auseinandersetzung über Vor- und Nachteile, die wird im Europäischen

Parlament geführt werden. Auch das kann positiv sein, wenn dadurch der

europäische Parlamentarismus gestärkt wird.

Freund Eugen (ORF)

Schauen wir kurz auf Österreich. Österreich ist stolz, dass es gelungen ist,

die landwirtschaftlichen Förderungen aufrecht zu erhalten. Aber ist das ein

Zukunftsprogramm und wie sieht insgesamt die österreichische Lösung aus?

Löw Raimund (ORF)

Es stimmt, Österreich ist die Landwirtschaft so wichtig, wie anderen Staaten

technische Innovationsprojekte. Der Bundeskanzler hat das als positive; zu

seiner positiven Bilanz gezählt, nach diesem Gipfel. Die Kürzungen in der

Landwirtschaft sind deutlich geringer geworden, als das anfangs befürchtet

wurde. Das zweite Ziel Österreichs war, die Verteidigung dieses Rabatts,

eines Zahlungsnachlasses. Das ist zur Hälfte gelungen, obwohl die

Europäische Kommission diesen Rabatt für ein reiches Land wie Österreich

ganz streichen wollte. Die Journalisten haben heute einen müden aber doch

zufriedenen Bundeskanzler hier in Brüssel erlebt.