Peking feierte heute das Ende des Zweiten Weltkrieges im Pazifik vor 70 Jahren mit einer großen Militärparade des Sieges über die japanische Aggression. Es war eine spektakuläre militärische Leistungsshow, mit der China seinen Anspruch unterstrich, als Weltmacht ersten Ranges zu agieren. Präsident Xi Jinping signalisierte mit der Parade, dass er das Land fest im Griff hat.  Internationale Gäste gab es weniger als erwartet.

Es ist die größte Militärparade der jüngeren Vergangenheit die heute in Peking am Platz des Himmlischen Friedens vorbeizieht.

   Die chinesische Hauptstadt  ist seit Tagen im Ausnahmezustand. Mehr als 800 000 Freiwillige patrouillieren  in den Straßen.  Es gibt keinen Hauch von Smog an dem Tag der spektakulären militärischen Show.

  Es herrscht blauer Himmel, weil tausende  Fabriken im weitesten Umkreis ihre Produktion drosseln mussten.

13 000 Soldaten und Soldatinnen haben monatelang trainiert.  Zu sehen waren erstmals neue Raketen, die auch mit atomaren  Sprengköpfen ausgerüstet werden können.

Präsident Xi Jinping erinnert an die Sieg über Japan im Zweiten Weltkrieg. Der  70. Jahrestag  soll ein Symbol für den Aufstieg Chinas zur Weltmacht sein.

   China wird seine Truppenstärke  um 300 000 Soldaten reduzieren, verkündet der Präsident,  ein Beweis für den Friedenswillen des Landes, trotz der martialischen Zeremonie. Der Personalabbau ist Teil eines Modernisierungsplanes für das Militär.

Die Siegesparade in Peking sollte ursprünglich ein  internationales Großevent werden. Aber nur die allerengsten Freunde habe die Einladung angenommen. Russlands Präsident Putin, die südkoreanische Präsidentin und UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sind die prominentesten Gäste. Die westlichen Regierungschefs haben aus Sorge über den antijapanischen Grundton abgewunken.

  Der Tiananmenplatz, an dem die Parade stattfindet, ist als Ort der Repression gegen die Demokratiebewegung 1989 für den Westen ebenfalls schwer zu akzeptieren.

  Wie groß der chinesische Anteil am Sieg über Japan im Zweiten Weltkrieg tatsächlich ist, ist  umstritten.  China hat schwer gelitten unter der japanischen Aggression. Die Hauptlast des antijapanischen Widerstands trugen nicht Maos kommunistische Partisanen, sondern die Nationalisten unter Tschiang Kai Shek, die Mao später im Bürgerkrieg besiegt hat. Und kriegsentscheidend im Pazifik waren die amerikanischen Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki, viel mehr als der chinesische Widerstand.

 Die  heutige Militärparade war   als Zeichen für die Zukunft gedacht, der die Volksrepublik China als Weltmacht ersten Ranges ihren Stempel aufsetzen will.