9/11 – Fuenfter Jahrestag, ZiB 1, 11.9.2006

Wie stark sind die USA fuenf Jahre nach den Anschlaegen noch im Trauma von 9/11 gefangen?
Es ist total widerspruechlich, man erlebt das auch hier in New York. Auf der einen Seite beruehrende Szenen, Angehoerige, die mit Traenen in den Augen Bilder ihrer toten Verwandten hochhalten und kleine Geschenke bringen, an den Rand dieser riesigen Baugruebe hier im Zentrum von manhatten. Und direkt daneben das pulsierende Leben von New York, das keinen Augenblick innehaelt, auch an diesem Tag nicht. Und das gilt fuer das ganze Land. Der Alltag der Menschen hat sich wenig geaendert. Von den vielen Kontrollen merken viele nur beim Fliegen etwas. Amerika ist so bunt, so dynamisch, so vielfaeltig wie eh und je. Aber die Prioritaeten haben sich geaendert und die Politik ist nach wie vor richtiggehnd besessen vom Thema der nationalen Sicherheit.
Wie sehr kann George Bush diese Emotionen fuer sich politisch einsetzen?
Es ist die beste Chance, die die regierenden Republikaner in einem schwierigen Wahljahr haben. Der Praesident kann wieder fuer Alle sprechen und dadurch die Kontroversen um seine Politik in den Hintergrund draengen. Nationale Sicherheit ist nach wie vor das grosse Thema, mit dem Bush punkten kann. Die Republikaner haben damit zweimal Wahlen gewonnen und sie werden das sicher wieder versuchen, obwohl es diesmal viel schwieriger sein wird.

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