Es kam in der letzten Zeit selten vor, dass die Ratingagentur Standard& Poors ein Land nicht abstraft sondern hinaufstuft. Jetzt ist das ausgerechnet Griechenland passiert, das mit der größten Schuldenkrise in der entwickelten Welt seit Jahrzehnten zu kämpfen hat. Standard&Poor’s hebt die Kreditwürdigkeit des Krisenlandes an,  weil die Stabilisierungsbemühungen der Europäischen Union erfolgversprechend seien.   Dass die  Ratingagentur Standard and Poor’s die Bewertung Griechenlands gleich um sechs Stufen nach oben korrigiert ist  überraschend. Von teilweisem Zahlungsausfall auf B minus verbesserte sich die Note. Die Entschlossenheit der Euroländer das Land zu unterstützen und die Reformbereitschaft der Regierung in Athen haben den Ausschlag gegeben, heißt es in der Begründung der amerikanischen Notengeber. Die Aussicht ist stabil, das bedeutet  mit einer Verschlechterung in nächster Zeit ist nicht zu rechnen. Der Wendepunkt war aus Sicht von Standard&Poors das erfolgreichen Schuldenrückkaufprogramm der griechischen Regierung, das zur Freigabe der letzten Hilfskredite geführt hat. Den RatingAgenturen ist oft vorgeworfen worden, dass sie Öl ins Feuer. Jetzt scheint sich bei den strengen Bonitätswärtern die Meinung durchzusetzen, dass die Europäer die Lage in den Griff bekommen. Wie wichtig das Urteil von Ratingagenturen überhaupt genommen werden soll, ist umstritten. Zu den befürchteten höheren Zinsen ist es bei früheren Abstufungen häufig doch nicht gekommen. Umgekehrt steckt Griechenlands Wirtschaft  unverändert in der Depression. Unabhängig von der verbesserten Note durch Standard&Poors.  Heute wollen Lehrer, Eisenbahner und Steuerbeamte gegen den geplanten Stellenabbau streiken.