Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping ist heute zu einem groß angelegten Staatsbesuch in Pakistan eingetroffen. Der Besuch ist die erste Station einer großen Asienreise des chinesischen Präsidenten, die ihn Ende der Woche auch zu einem Asien-Afrikagipfel nach Indonesien führen wird. Im Zentrum der Gespräche mit Pakistan steht ein Infrastrukturpaket von 43 Milliarden Euro, um den Westen Chinas mit Pakistan zu verbinden.

  Die Zeitungen sprechen von einer Superhighway, bestehend aus Autobahnen, Zugverbindungen und Ölleitungen und Gaspipelines. Bis 2030 soll durch massive Investitionen ein völlig neuer Wirtschaftskorridor entstehen, der von westlichen chinesischen Provinz Xinjiang quer durch Pakistan bis an das arabische Meer reichen soll.

  Das gigantische Projekt ist Teil der Vision einer neuen Seidenstraße, über die China auf dem Landweg und im Meer  Handelsrouten bis nach Europa erschließen will.

  Pakistan ist seit Jahrzehnten einer der engsten Verbündeten der Volksrepublik Chinas.  Einer der größten Schwachpunkte des Landes ist die  unterentwickelte Infrastruktur. Hier kann China mit seinen Erfahrungen beim Straßenbau und der Errichtung von Hochgeschwindigkeitsverbindungen im Eilzugstempo helfen.

   Hinter dem chinesischen Investitionsplan  stehen aber auch geopolitische Überlegungen. Die Pipelines sollen bis zum pakistanischen Meereshafen Gwadar im Süden Pakistans reichen. Es wäre die einzige direkte Verbindung Chinas in die Arabische See und damit auch zu den Energiequellen des Nahen Ostens.  Zur Zeit müssen die für China bestimmten Öltanker die Straße von Malacca zwischen Malaysien und Indonesien passieren, bevor sie in einem chinesischen Hafen anlegen können.  In einer internationalen Krise oder gar im Kriegsfall könnte China leicht von der lebenswichtigen Energiezufuhr abgeschnitten werden.  Eine chinesische Pipeline im Hafen des engen Verbündeten Pakistan würde China von solchen Sorgen befreien.

    Eine ganze Welle von neuen Chancen erwartet der pakistanische Außenpolitikspezialist Umar Cheema vom chinesischen Engagement.

  Kein anderes Land sei bereit, so viel für Pakistan zu tun, es ist ein Zeichen der besonderen Beziehungen zwischen den beiden Staaten

Die von China geplanten Investitionen in Pakistan übertreffen das Wirtschaftsengagement der USA, die der andere große Freund Pakistans sind,  bei weitem.     

 

  Dass die sonst oft miteinander konkurrierenden Mächte China und Amerika beide zu den engsten Partnern  Pakistans gehören,  gehört zu den Eigentümlichkeiten der asiatischen Bündniskonstellationen.

  Das  Fragezeichen hinter den großen chinesischen Plänen kommt von der schlechten Sicherheitssituation in diesem Teil der Welt. Islamistischer Terror ist in Pakistan weit verbreitet. Auch unter der uigurischen Minderheit im Westen Chinas orten die Behörden  Sympathien für dschihadistische Gruppen.  

  Chinas Präsident Xi Jinping wird morgen vor dem Parlament in Islamabad sprechen, ein Zeichen für die große Bedeutung, die beide Seiten dem pakistanisch-chinesischen Bündnis beimessen.